Am 20.5.2015 um 17 Uhr starteten wir bei gutem Wetter Richtung Griechenland.  In Holzkirchen bei München war ich dann müde und wir legten uns ein paar Stunden aufs Ohr. Die nächste Etappe sollte uns bis an die österreichisch ungarische Grenze bringen. In Mosonmagyrovar mußte ich meine neuen Zähne kontrollieren lassen. Wir übernachteten auf dem Campingplatz des dortigen Kurhotels. Der einstmals günstige Preis hatte sich verdoppelt auf hohes westdeutsches Niveau. Aber beim Zahnarzt war alles OK. Er hat gar nicht gebohrt :-) Nach dem shopping im Aldi ging es weiter.

Über Budapest nach Kecskemet, um meinem Sohn samt Familie einen Besuch abzustatten. Ausgerechnet hier versagte mein Navi, so dass ich  die Weiterreise ohne Navi und ohne Karten zu meistern hatte. Auch mein Auto machte Zicken, aber der VW Meister "verordnete" meinem Golf "nur" neue Reifen. Die alten Reifen waren zwar ziemlich runter, aber hatten bestimmt noch das Mindestprofil. Nja, es war Donnerstag um 17 Uhr, und er hatte wohl keine Lust auf die "große Diagnose".

 

Tags darauf ging es dann mit neuen Reifen weiter Richtung Serbien. Bei Belgrad begann das "alte Leiden" dann wieder. Mein Gefühl ließ einen Schaden der Vorderachse, Kreuzgelenke oder ähnliches befürchten. An einer Autobahn Tankstelle fuhr ich raus auf den Parkplatz. Mit dem Wageheber hob ich erst das rechte, dann linke Vorderrad an. Aber es zeigten sich keine Auffälligkeiten. Mein Treiben lockte einen professionellen Abschlepper an. Der radebrechte nach einer Runde auf dem Parkplatz: "Getriebe kaputt". Ich hatte da zwar meine Zweifel, aber die Weiterfahrt wollte ich nicht riskieren. Freitag Nachmittag irgendwo in der Pampa stecken zu bleiben, war mir zu riskant. Er nahm meinen Hänger an den Haken, und ich fuhr ihm hinterher. Es ging dann von der Autobahn runter und ca. 20km ins Landesinnere nach Mladenovac. Inzwischen war es 16 Uhr. In einer kleinen Werkstatt eines Verwandten des Abschleppers wurde mir dann vorgeschlagen, sofort das Getriebe auszubauen. Der Chef versprach, am Samstag Vormittag ein Tauschgetriebe zu bringen und einzubauen. Einen Preis konnte er mir nicht nennen. Ich bekam Panik, zumal meine Frau zwischenzeitlich auch noch mit mit unserer Tochter telefoniert hatte, und unsere Verzweiflung mit Berichten über "Pannen-Abzocker" auf die Spitze trieb.

 

Wir befürchteten echt, den Räubern in die Hände gefallen zu sein: Das Auto stand ohne Getriebe in der abgeschlossenen Werkstatt, wir, in unserem Wohnwagen daneben im abgeschlossenen Hof. Direkt neben einer Hauptverkehrsstraße mit Schwerverkehr, der die ganze Nacht an uns vorbei holperte. Der Lärm und der Kummer ließen uns kein Auge zu tun. Dazu gesellte sich dann noch gegen Mitternacht ein arges Gewitter mit Bltz, Donner und Wolkenbrüchen. Es war Weltuntergang für uns.

 

Aber morgens war alles vorbei und es zeigte sich schon wieder die Sonne. Der Chef kam auch um 9 wie versprochen mit dem Austauschgetriebe, was uns wieder Hoffnung machte. Allerdings nagten immer noch Zweifel. Die "rustikale" Einrichtung der Werkstatt (etwa westeuropäischer Stand von 1960) steigert nicht gerade meine Zuversicht, auf einen glücklichen Ausgang der Aktion. Aber die Improvisationskünste der Osteuropäer soll man nicht unterschätzen. um 12 Uhr hieß es: Auto fertig, und ich durfte bei der Probefahrt dabei sein. Mir fiel ein Stein vom Herzen, so groß, das lässt sich nicht beschreiben. Das Auto wurde noch blitzblank gereinigt, während ich mich um die Bezahlung kümmerte. Die Rechnung fiel dann zu meiner Überraschung unglaublich günstig aus: Der Chef wollte umgerechnet 1100 EUR. So viel Bargeld hatte ich gar nicht. Außerdem wollte ich nicht mein gesamtes Bargeld ausgeben. Die Geld-Beschaffung erwies sich Samstags gar nicht so einfach. Keine Bank hatte auf, und ich musste mich an einem Geldautomaten in einem Supermarkt bedienen, zu dem mich der Chef brachte. Ich sollte umgerechnet etwa 100.000 Dinar abheben. Beim ersten Vorgang stellte sich heraus, dass es ein Limit pro Abhebung von 10.000 Dinar gab. Nach der 3 Abhebung von 10tsd schlug das nächste Limit zu. Das Kartenlimit für diese Karte lag bei 30tsd.

 

Also zurück in die Werkstatt, um mein restliches Plastikgeld zu hole. Ich hatte zum Glück noch weitere EC Karten und konnte dann noch weitere 60tsd abheben. Den Rest beglich ich dann mit meinem Euro Vorrat.

 

um 14 Uhr ging die Reise dann weiter, bis an die Mazedonische Grenze. In Skopje gab es vor 3 Wochen eine Schießerei mit Rebellen und es gab Reisewarnungen. Es gab eine Empfehlung, ab Nis über Sofia zu fahren, die ich aber ignorierte. Direkt hinter der Grenze in Mazedonien übernachteten wir dann zwischen Fernlastern an der AB Raststätte. Bis auf an und abfahrende Laster war alles ruhig. Bei der Grenzkontrolle musste ich dann eine grüne Karte für den Wohnwagen kaufen. Diese war wohl zu Hause liegen geblieben, obwohl ich sie extra besorgt hatte. Zum Glück war die für den Hänger billiger als eine für den PKW.

 

Morgens ging es weiter auf der üblichen Route Richtung Saloniki. Gegen Mittag kamen wir dort an und überraschten den Schwiegervater meiner Tochter. Der begleitete uns dann ins Hafenviertel von Thessaloniki, wo wir bummelten und etwas aßen und tranken. Später am Nachmittag fuhren wir dann weiter zu unserem eigentlichen Ziel: Die Olymp Riviera. Litochoro ist der Ort, von dem aus die "Olymp-Touristen" den Aufstieg beginnen. Unterhalb von Litochoro an der Küste im kleinen Ort Plaka gibt es mehrere Campings. Aber am ganzen Küstenabschnitt reihen sich ohnehin die Campingplätze wie an der Perlenschnur.

 

Da machten wir es uns am Olymp Camping gemütlich. Es gibt ein gutes Restaurant, das auch bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein scheint. An Wochenenden war es jeweils rappelvoll. Anfang Juni ist Vorsaison, und der Platz mäßig, hauptsächlich von Alpin Touristen besucht. Von hier aus starten viele zu einer Tour auf den 3000m hohen Olymp. Der Strandabschnitt zwischen Platamon und Katerini hat lange flache Sandstrände. In der Hochsaison ist hier sicherlich die "Hölle los". Selbst jetzt in der Vorsaison waren die "möblierten" Strandabschnitte an Wochenenden schon beschallt, was uns regelrecht abschreckte. Man konnte dem "wumm - wumm - wumm" am Strand nirgends entkommen. Da half nur die "Flucht" in die Berge.        

Bei der Anfahrt in Ungarn

Bei der Werkstatt in Serbien

Die "Fachwerkstatt"

Der Abschlepper

Saloniki Hafenidylle

Der Weisse Turm in Thessaloniki

Am Strand beim Camping Olymp

Der Götterberg

Das Camping Restaurant

Platamon Castle

Olympos Riviera Aussicht vom Castle

Das Gebiet unterm Olymp

Im Castell

Beschreibung

Natur

Kunst

Beschreibung

Am Campingplatz

Viel Platz in der Vorsaison

Am Platz